Die Hammerschmiede in Cham

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Eine erste Hammerschmiede errichteten St. Galler Kaufleute 1635 in Cham an der Lorze, auf der Höhe der Zugerstrasse. Doch dann gab es Streit, und ein Jahr später musste das Unternehmen aufgegeben werden.

Die zweite Hammerschmiede befand sich etwa 800 Meter flussabwärts, hier wurden seit dem Ende des 17. Jahrhunderts Nägel hergestellt. 1825 ging der Betrieb in Konkurs. Der Zürcher Eisenhändler Johann Jakob Vogel-Nötzli kaufte die Liegenschaft, baute das Wohnhaus, den sogenannten alten Eisenhammer, als Fabrikantenvilla aus und legte einen Park mit Hirschgehege an. Heinrich Ulrich Carl Vogel-von Meiss gestaltete das Gut zu einem Musterbetrieb mit Vieh-, Pferde- und Hundezucht um. Anstelle des Wasserrades liess er 1894 im Hammer eine turbinengetriebene Lichtmaschine einbauen. In den Jahren 1985 bis 1992 wurde die Anlage umfassend renoviert. 

Literatur:

Peter Hoppe, Die St. Galler Sensenhammerschmiede von 1635/36 in Cham und die zweite Absenkung des Zugersees. Ein bisher unbekanntes Stück Zuger Wirtschafts- und Wasserbaugeschichte mit konfessionellen Zwischentönen. In: Tugium 29/2013, S. 71-90.

Gutshof Hammer. In: Tugium 31/2015, S. 40-41.

Josef Grünenfelder, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Band II, die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug. Bern 2006, S. 266-272.

Hermann Steiner, Seltene Berufe und Menschen im Zugerland. Luzern 1984, S. 162-166.

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